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Orgelreise ins Elsass

Schon am Anreisetag standen zwei Orgelführungen auf dem Programm: Matthias Eschbach – Orgelbauer, Schulmusiker und Chorleiter – stellte in der Benediktinerkirche in Villingen die 2002 von Gaston Kern fertiggestellte Rekonstruktion der Silbermann-Orgel aus dem Jahr 1752 vor; im Dom St. Blasien folgte die Präsentation der dortigen Schwarz-Orgel, die nach einem Klosterbrand 1987 durch die Bonner Orgelbaufirma Klais Instandgesetzt wurde und sich ebenfalls am französisch-elsässischen Orgelbaustil orientiert. Die Vorstellung der Orgel übernahm Prof. Bernhard Marx; der heutige Titularorganist am Dom St. Blasien war vielen Teilnehmern noch aus seiner Zeit als Orgel-Professor an der Rottenburger Hochschule für Kirchenmusik bekannt, und so gab es manch erfreutes „Wiedersehen“. Nach dem Hotel-Bezug in Colmar endete der Anreisetag mit einem Abendessen im Albert-Schweitzer-Geburtsort Kaysersberg.

 

Der nächste Tag begann mit dem Besuch des Musée Unterlinden mit dem berühmten 'Isenheimer Altar' von Matthias Grünewald. Es folgte ein Ausflug nach Ebersmünster zur dortigen 1998 von Gaston Kern restaurierten Silbermann- Orgel aus dem Jahr 1732, die von Titularorganist Marc Baumann in einem kleinen Konzert vorgestellt wurde, bevor sich die Teilnehmer selbst an die geschichtsträchtige Orgel setzen durften. Auf den Hotelbezug in Straßburg folgten eine kurzweilige Stadtführung durch die 'Europa-Metropole' und das gemeinsame Abendessen mit typisch elsässischen Spezialitäten. Der Sonntag begann nach dem Frühstück mit dem Besuch eines Choral-Amtes im Straßburger Münster, bei dem auch die dortige Kern-Orgel mit ihren 47 Registern zu hören war. Nach dem Mittagessen fuhr die Gruppe nach Marmoutier, wo die Teilnehmenden das Orgel-Museum „L'Atelier d'Orgue“ mit der dort 2016 eröffneten Klangraum-Installation „Organum XXI“ besichtigten. Beim anschließenden Besuch der benachbarten Kirche „St. Etienne“ erlebten sie die dortige Silbermann-Orgel aus den Jahren 1710 und 1746 in einem Konzert mit dem Organisten Jean-Luc Iffrig, der mit den Sopranistinnen Béatrice Dunoyer und Laura Phelut ein frühbarockes Programm präsentierte. Ein weiteres Konzert folgte am Abend um 21 Uhr in der Straßburger Kirche St. Thomas, mit dem der international rennommierte Orgelprofessor Jean-Pierre Lecaudey an den Todestag Johann Sebastian Bachs erinnerte (28.07.1750) und damit eine Tradition fortsetzte, die Albert Schweitzer 115 Jahre zuvor begonnen hatte.

 

Auch der Rückreisetag bot drei Orgelführungen: Daniel Maurer – Titularorganist an St. Thomas und Professor für Orgel und Improvisatin an den Musikhochschulen in Straßburg und Freiburg – stellte zunächst die ursprünglich aus dem Jahr 1741 stammende Silbermann-Orgel vor, die als besterhaltendste der 13 Silbermann-Orgeln in Straßburg gilt. Anschließend präsentierte er eindrucksvoll die 1906 von Fritz Haerpfer erbaute Chororgel nach Plänen von Albert Schweitzer. Das mit 12 Registern recht 'kleine' Instrument orientiert sich in der Disposition am Vorbild der Silbermann- Orgel in Marmoutier und ist ein beeindruckendes Beispiel für die von Albert Schweitzer initiierte „Elsässische Orgelreform“. Als dritte Orgel führte Maurer die monumetale Walcker-Orgel in der Garnisonskirche St. Paul vor, der mit ihren 76 Registern größten Orgel der diesjährigen Orgelfahrt. Letzte Station am Rückreisetag war das Albert- Schweitzer-Haus in Königsfeld, wo sich die Teilnehmer über das Leben und Werk Schweitzers informieren und eines der drei „Tropen-Klaviere mit angehängtem Pedal“ Schweitzers erleben konnten, auf dem Schweitzer in Lambarene für die Orgelkonzerte geübt hatte, mit denen er bei seinen Besuchen in Deutschland und Frankreich regelmäßig Geld für den Ausbau seines „Urwald-Krankenhauses“ sammelte. Hier wurden auch die Gewinner des obligatorischen „Preisrätsels“ gekürt, mit dem Waltraud Götz die Orgelfahrten des Verbandes regelmäßig bereichert.

 

Dank galt dem Vorbereitungsteam der Fahrt (Volker Linz, Marianne Aicher, Rudolf Hendel, Vinzenc Krol und Thomas Meinert) für die gute Organisation und das informative und gewissenhaft recherchierte Begleitheft.

 

Thomas Meinert

Begleitheft

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